Welche Unterhaltspflichten gibt es?

Im deutschen Familienrecht gibt es unterschiedliche Arten von Unterhaltspflichten. So gibt es etwa den Verwandtenunterhalt, worunter etwa der Kindesunterhalt fällt, den Unterhalt aufgrund einer Ehe, worunter der Familienunterhalt, der Trennungsunterhalt und der nacheheliche Unterhalt fallen sowie den Unterhalt aufgrund der Geburt und der Betreuung eines gemeinsamen Kindes, unabhängig davon, ob die Eltern miteinander verheiratet sind.

Für Eltern von Kindern ist vor allem die Frage nach der Höhe und der Dauer von Kindesunterhalt interessant.
Die am häufigsten im Rahmen der anwaltlichen Erstberatung gestellten Fragen sind daher: Wie viel Kindesunterhalt steht meinen Kindern zu? Bis wann muss ich den Kindesunterhalt zahlen? Wonach richtet sich die Höhe des Kindesunterhalts? Was passiert, wenn sich meine finanzielle Situation verschlechtert, muss ich den Kindesunterhalt dann trotzdem weiter zahlen?

Wir würden Ihnen daher einige Antworten auf diese vielfach gestellten Fragen geben: Die Höhe des Ihren Kindern zustehenden Kindesunterhalts richtet sich stets danach, wie hoch das Einkommen des Unterhaltspflichtigen, also, der Person, die Unterhalt zahlen muss, ist. Haben Sie ein hohes Einkommen, dann müssen Sie auch mehr Kindesunterhalt zahlen, als jemand, der weniger zur Verfügung hat. Die genaue Höhe kann daher im Einzelfall unterschiedlich sein und richtet sich in der Regel nach der sog. Düsseldorfer Tabelle.

Viele Eltern glauben zwar, sie müssten für ihr Kind nur bis zum 18. Geburtstag aufkommen. Dies ist aber ein Irrtum! Kindesunterhalt müssen Sie grundsätzlich solange zahlen bis Ihre Kinder die allgemeine Schulausbildung vollendet haben. Aber auch danach endet die Unterhaltspflicht nicht, denn Eltern schulden ihren Kindern eine Ausbildung, beispielsweise ein Studium oder eine Lehre. Sie müssen daher auch für den Ausbildungsunterhalt ihrer Kinder aufkommen. Ein Studium dauert meist länger als eine Lehre. Daher gibt es keine starre Altersgrenze für den Ausbildungsunterhalt.

Auch unterhaltspflichtige Eltern sind nicht davor geschützt, dass sich ihre Lebensumstände ändern, sie etwa arbeitslos werden oder weitere Kinder bekommen, und daher aus finanziellen Gründen nicht mehr den bisherigen Unterhalt zahlen können. Wenn unterhaltspflichtige Personen unverschuldet ihren Job verlieren oder weitere Kinder bekommen, gibt es durchaus Anpassungsmöglichkeiten für den Unterhalt. In solchen Fällen sollten Sie aber auf gar keinen Fall eigenmächtig die Unterhaltszahlungen reduzieren oder gar ganz einstellen. Sie sollten sich am besten vor irgendwelchen Handlungen mit einem Rechtsanwalt für Familienrecht besprechen. Denken Sie bitte daran, dass das eigenmächtige Einstellen von Unterhaltszahlungen in aller Regel zu Vollstreckungsmaßnahmen, etwa unschönen Lohn- bzw. Gehaltspfändungen führen kann. Daher sollten Sie sich auf jeden Fall anwaltlich beraten lassen, welche rechtlichen Möglichkeiten, etwa gerichtliche Abänderungsverfahren, bezüglich einer Reduzierung der Unterhaltspflicht bestehen.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema “Unterhaltspflichten“? Gerne stehen Ihnen unsere Rechtsanwälte und Fachanwälte für Familienrecht bei sämtlichen Fragen zu diesem Thema sowie selbstverständlich auch zu allen anderen familienrechtlichen Themen unterstützend zur Seite. Rufen Sie uns gerne an!