Welche Unterhaltspflichten bestehen, wenn sich Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft trennen und diese gemeinsame Kinder haben?

Heutzutage leben immer mehr Menschen in nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Gerade in Großstädten wie Hamburg, Berlin und München gibt es viele Paare, die sich bewusst für solch eine „wilde Ehe“ und gegen einen Trauschein entscheiden. Oft kommt es vor, dass Paare die nichteheliche Lebensgemeinschaft als eine Art „Probezeit“ sehen bis sie sich dann irgendwann für die Ehe entscheiden.

Wenn eine nichteheliche Lebensgemeinschaft dann scheitert, bevor die Ehe geschlossen worden ist, fragen sich die Beteiligten, was ihre Rechte sind. Vielfach hört man dann die Frage, ob den Beteiligten vergleichbare Rechte und Pflichten zustehen, wie auch Eheleute sie bei Trennung und Scheidung haben.

Im Folgenden möchten wir Sie über Ihre wesentlichen Rechte und Pflichten aufklären, die Sie haben, wenn Sie sich von Ihrem Partner aus der nichtehelichen Lebensgemeinschaft trennen.

Häufig wird in unserer Rechtsanwaltspraxis die Frage gestellt, ob die gleichen Rechte und Pflichten bestehen, wie Eheleute sie bei Trennung und Scheidung haben. Diese Frage lässt sich deutlich verneinen!

Ehen und nichteheliche Lebensgemeinschaften dürfen rechtlich nicht gleich behandelt werden.

Der Gesetzgeber begründet dies damit, dass sich die Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft ganz bewusst gegen eine Ehe entschieden haben. Von daher sei es nicht richtig, wenn man ihnen die gleichen Rechte und Pflichten wie Eheleuten zukommen ließe.

Beispielsweise besteht zwischen den Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft üblicherweise keine Unterhaltsverpflichtung nach einer Trennung. Lediglich für den Fall, dass die Frau ein Kind erwartet, schuldet ihr der Vater des Kindes Betreuungsunterhalt ab dem Zeitraum von sechs Wochen vor der Geburt. Dieses Unterhaltsrecht, auch Unterhaltsanspruch genannt, endet im Normalfall bis das Kind drei Jahre alt ist. Über diesen Zeitpunkt hinaus besteht normalerweise kein Unterhaltsanspruch. Eine Ausnahme gilt aber dann, wenn die Mutter das Kind ausnahmsweise auch über das dritte Lebensjahr hinaus selbst betreuen muss, etwa weil das Kind an einer Krankheit oder Behinderung leidet.

Genauso finden die familienrechtlichen Vorschriften, welche die Ehe betreffen, auf nichteheliche Lebensgemeinschaften keine Anwendung, also etwa die Vorschriften für die Hausratverteilung nach einer Trennung, das Namensrecht, den Trennungs- und nachehelichen Unterhalt sowie den Zugewinnausgleich.

Falls die Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gemeinsame Kinder haben, müssen sie folgendes beachten:

Kinder aus einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft haben die gleichen Rechte und Pflichten gegenüber ihren Eltern wie Kinder, die aus einer Ehe stammen. Rechtlich gesehen macht es für ein Kindern so gesehen keinen Unterschied, ob die Eltern miteinander verheiratet sind oder nicht.

Beispielsweise kann der Elternteil, in dessen Haushalt sich das Kind aufhält und gemeldet ist, nach der Trennung vom nichtehelichen Partner für das Kind auch die Zahlung von Kindesunterhalt verlangen.

Für den Fall, dass der Unterhalt nicht freiwillig gezahlt wird, kann der Kindesunterhalt sowohl außergerichtlich als auch mit Hilfe des Familiengerichts eingefordert werden.

Sofern Sie weitere Fragen zum Thema nichteheliche Lebensgemeinschaft und Unterhalt haben, stehen Ihnen die Rechtsanwälte und Fachanwälte unserer Anwaltskanzlei gerne mit Rat und Tat zur Seite! Rufen Sie uns gerne an!