Welche Besonderheiten bestehen im Falle der Trennung bei gleichgeschlechtlichen eingetragenen Lebenspartnerschaften, wenn die Beteiligten adoptierte Kinder haben?

Seit 2001 können gleichgeschlechtliche Paare, also Mann und Mann oder Frau und Frau, eine Lebenspartnerschaft begründen und ganz förmlich beim Standesamt eintragen lassen. Auch bei diesen gleichgeschlechtlichen Paaren besteht ein Kinderwunsch. Nicht selten haben einige Partner bereits Kinder aus früheren Beziehungen, die sie dann in die neue Beziehung mitbringen. Andere, die wiederum keine eigenen Kinder haben, haben den Wunsch, gemeinsam Eltern zu werden, etwa durch eine Adoption.

Welche Möglichkeiten der Adoption bei eingetragenen Lebenspartnerschaften bestehen, wollen wir für Sie nachfolgend erläutern.
Zunächst müssen Sie zwischen den Begrifflichkeiten unterscheiden: Es gibt die sog. Sukzessivadoption und die sog. Stiefkindadoption.

Sukzessivadoption und Stiefkindadoption

Seit dem 1. Januar 2005 besteht die Möglichkeit, dass ein Lebenspartner das leibliche Kind seines Lebenspartners adoptiert. Dies nennt sich Stiefkindadoption.

Das Kind erhält dann den Status eines gemeinschaftlichen Kindes der Lebenspartner.

Seit Februar 2013 ist nunmehr auch eine sog. Sukzessivadoption möglich. Das heißt, es ist jetzt auch möglich, dass ein Lebenspartner ein fremdes Kind adoptiert und das Kind dann im Nachhinein vom anderen Lebenspartner adoptiert wird. Auch in solch einem Falle erhält das Kind die rechtliche Stellung eines gemeinschaftlichen Kindes der Lebenspartner.

Trennen sich nun die Lebenspartner und Eltern des Kindes stellt sich die Frage, welche Rechte die Lebenspartner in Bezug auf das gemeinschaftliche Kind haben. Wer hat das Sorgerecht, das Aufenthaltsbestimmungsrecht, das Umgangsrecht?

Handelt es sich bei dem Kind um ein gemeinschaftliches Kind, so richtet sich die elterliche Sorge nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Es besteht dann kein Unterschied zu verheirateten Eltern, die sich trennen und gemeinsame Kinder haben.

Wie bei Elternpaaren, die ein gemeinsames Sorgerecht haben, besteht auch hier die Möglichkeit, dass ein Lebenspartner einen Antrag auf Übertragung des alleinigen Sorgerechts stellt. Das Familiengericht prüft dann den Antrag auf Alleinsorge und entscheidet, ob die Übertragung des alleinigen Sorgerechts dem Kindeswohl dient.

Zudem hat derjenige Elternteil, bei dem das Kind nicht dauerhaft lebt, ein Umgangsrecht, also ein Besuchsrecht mit dem Kind.

Das Umgangsrecht des Lebenspartners besteht unabhängig davon, ob ein gemeinsames Sorgerecht besteht oder nicht.

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