Qualifikation Fachanwalt

Einige Rechtsanwälte scheuen sich davor, die zusätzliche Ausbildung zum Fachanwalt für Familienrecht zu machen. Dies ist verständlich, weil nach dem ersten und zweiten Staatsexamen und einigen Jahren Berufserfahrung letztendlich kein Interesse mehr daran besteht, schon wieder Klausuren und Prüfungen zu absolvieren.

So muss man, um den Fachanwalt für Familienrecht zu erwerben, mindestens drei Jahre Berufserfahrung vorweisen. Weiterhin muss man mindestens 120 Fälle in verschiedenen Gebieten des Familienrechts vorweisen. Weitere Voraussetzung ist meist ein mehrmonatiger Lehrgang, den man absolvieren muss. Gegebenenfalls ist zusätzlich auch noch eine mündliche Prüfung zu absolvieren.

Zu guter Letzt muss man der Rechtsanwaltskammer jedes Jahr nachweisen, dass man diverse Fortbildungsveranstaltungen besucht hat. Dies ist mit weiteren jährlichen Kosten verbunden.

Für den Mandanten aber ist die Zusatzbezeichnung „Fachanwalt für Familienrecht“ insoweit sinnvoll, als dies ein gewisses Gütesiegel darstellt, welches die Kammer jährlich überprüft. In Hamburg gibt es über 10.000 Rechtsanwälte, aber nur ca. 250 Fachanwälte für Familienrecht (Stand: Anfang 2015).