Namensrecht: Welche Möglichkeiten bestehen bei der Auswahl des Familiennamens des Kindes?

Bereits vor der Geburt eines Kindes beschäftigen sich Eltern lang im Voraus mit der Namenswahl. Meistens geht es dabei um die Auswahl des Vornamens des Kindes. Aber auch beim Nachnamen gibt es durchaus Auswahlmöglichkeiten.

Nachstehend wollen wir Ihnen daher einen kurzen Überblick zum deutschen Namensrecht geben:
Der Name des Kindes setzt sich aus einem oder mehreren Vornamen sowie dem Geburtsnamen, auch Familienname genannt, zusammen.
Sind die Eltern eines Kindes nicht miteinander verheiratet und steht der Vater des Kindes zunächst nicht eindeutig fest, so erhält das Kind als Geburtsnamen den Nachnamen der Mutter. Es besteht aber die Möglichkeit, dass das Kind nachträglich den Nachnamen des Vaters bekommen kann.
Die gesetzlichen Regelungen, die das Namensrecht betreffen, sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt.

Nachfolgend möchte wir Ihnen an Hand einiger Beispiele aufzeigen, welche Möglichkeiten der Namensgebung Sie haben:
  1. Die Eltern haben einen gemeinsamen Ehenamen (Regelfall)Führen die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes einen gemeinsamen Ehenamen, dann erhält auch das Kind diesen Namen als Geburtsnamen.
    Daran ändert sich grundsätzlich auch nach Trennung und Scheidung der Eltern nichts.
  2. Die Eltern haben keinen gemeinsamen Ehenamen, z.B. weil sie nicht miteinander verheiratet sind
    Haben die Eltern keinen Ehenamen, so kann derjenige Elternteil den Namen des Kindes bestimmen, der das Sorgerecht für das Kind hat.

Steht das Sorgerecht beiden Personen zu, dann können sie sowohl den Namen der Mutter als auch den Namen des Vaters als Geburtsnamen für das Kind bestimmen.

Können sich die Eltern innerhalb eines Monats nach Geburt des Kindes nicht darüber einigen, welchen Geburtsnamen das Kind tragen soll – den Namen der Mutter oder den des Vaters – so überträgt das Familiengericht einem Elternteil auf Antrag das Recht, den Namen des Kindes zu bestimmen.

Ist eine spätere Namensänderung möglich?
Eine Namensänderung ist nur unter besonderen Voraussetzungen möglich, und zwar immer dann, wenn ein wichtiger Grund für die Änderung vorliegt. Hierfür ist die Verwaltungsbehörde zuständig. Sie prüft auf einen Antrag hin, ob ein wichtiger Grund nach dem Namensänderungsgesetz vorliegt.

Lediglich wenn gewichtige Gründe vorliegen, besteht das Recht zur Änderung des Nachnamens, z.B. Nachteile, die mit dem Führen des Namens verbunden sind. Reine Unannehmlichkeiten sind nicht ausreichend. Ein Grund dieser Art kann sein, wenn der Name Wortspiele provoziert wie der Name Dreckmeier oder Depp.

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