FAQ

  1. Muss das Trennungsjahr eingehalten werden?

    Entgegen der Meinung vieler Mandanten muss nach wie vor das Trennungsjahr abgewartet werden, um einen Scheidungsantrag einreichen zu können.

    Es existiert zwar die sogenannte Härtefallscheidung, bei der das Trennungsjahr nicht abgewartet werden muss. Ein solches Verfahren ist allerdings nur in ganz begrenzten Ausnahmefällen möglich. In den allermeisten Fällen wird von den jeweiligen Richtern eine Härtefallscheidung ohne Trennungsjahr nicht durchgeführt. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel

  2. Warum dauert das Scheidungsverfahren manchmal so lange?

    faq2Innerhalb des Scheidungsverfahrens muss in der Regel der Ausgleich der Rentenanwartschaften durchgeführt werden. In bestimmten Fällen kann man auch auf die Durchführung des Versorgungsausgleichs verzichten, dies hier auszuführen, würde allerdings den Rahmen sprengen. Bei den jeweiligen Rentenberechnungen ist von einer mehrmonatigen Bearbeitungszeit seitens der Rentenversicherungsträger auszugehen. Es kommt vor, dass die Rentenversicherungsträger Rückfragen haben, das bedeutet ganz konkret, dass Sie einen Brief erhalten, in dem noch bestimmte Angaben zu Ihrer Rente gemacht werden müssen. Falls Sie solche Briefe nicht zeitnah beantworten, kann sich das Verfahren über viele Monate (unnötigerweise) erstrecken. Hier ist es also sinnvoll, die genannten Rückfragen möglichst schnell zu beantworten. Dies geht auch telefonisch beim jeweiligen Rentenversicherungsträger. Natürlich sind wir bei der Beantwortung dieser Schreiben behilflich.

    Als weiterer Grund, warum die Ehescheidungsverfahren so lange dauern, ist der zu nennen, dass man sich über bestimmte Punkte streitet, beispielsweise über den Wert des Hauses – hier muss eventuell ein Gutachter beauftragt werden. Auch gibt es verschiedene Sichtweisen der jeweiligen Unterhaltsberechnungen. Weiterhin kann man sich über das Aufenthaltsbestimmungsrecht und das Sorgerecht streiten. All dies führt zu einer wesentlich längeren Verfahrensdauer.

  3. Dauert das Scheidungsverfahren so lange, weil der Rechtsanwalt mit der langen Dauer mehr verdient?

    Es ist nicht richtig, dass Rechtsanwälte bei einem lange andauernden Scheidungsverfahren mehr verdienen, was mitunter angenommen wird. Die Rechtsanwaltskosten richten sich nach den jeweiligen Gegenstandswerten. Falls beispielsweise die Ehefrau € 1.000,00 Unterhalt begehrt, beläuft sich der Gegenstandswert auf € 12.000,00, nach denen sich die Gebühren richten. Dies ist nicht der Betrag, der vom jeweiligen Mandanten zu zahlen ist. Die Anwaltskosten sind wesentlich niedriger. Alle Rechtsanwälte haben den Wunsch, eine Akte möglichst zeitig abzuschließen. Eine lange Verfahrensdauer ist sowohl für die Mandanten zermürbend als auch für den Rechtsanwalt, der über Monate immer neue Schriftsätze verfassen muss und daran, wie oben dargelegt, keinen Cent mehr verdient.

  4. Ist ein Ehevertrag/eine Scheidungsfolgenvereinbarung sinnvoll?

    faqViele meinen, dass ein Ehevertrag nur vor der Ehe abgeschlossen werden kann. Dies ist nicht richtig. Ein solcher Vertrag kann auch innerhalb bestehender Ehe jederzeit abgeschlossen werden. Falls beispielsweise die Eheleute noch während des Studiums oder in der Ausbildung geheiratet haben und der Ehemann in der Ehe selbständig ein florierendes Geschäft aufgebaut hat, ist es sinnvoll, dieses selbständig betriebene Geschäft aus dem Zugewinn herauszunehmen. Gegebenenfalls sollte hier eine Einmalzahlung vereinbart werden. Man sieht also, dass die Änderung der Lebenssituation dazu führen kann, entweder erstmalig einen Ehevertrag abzuschließen oder innerhalb der Ehe einen schon bestehenden Ehevertrag abzuändern.

    Falls eine Scheidung beabsichtigt ist, ist eine sogenannte Ehescheidungsfolgenvereinbarung sinnvoll. Hier kann man den Trennungsunterhalt und den nachehelichen Unterhalt regeln sowie eventuelle Vereinbarungen über den Zugewinn und viele weitere Punkte treffen. Dies hat den Vorteil, dass man sich nicht mehr über die einzelnen Punkte streiten muss, sondern sie sind ein für allemal geregelt. Diese Vorgehensweise verkürzt ein Scheidungsverfahren erheblich.

  5. Muss ich für die Schulden meines Ehepartners aufkommen?

    Entgegen landläufiger Meinung haftet der eine Ehepartner nicht für die Schulden des anderen. Ausgenommen hiervon sind allein Anschaffungen des täglichen Bedarfs, wie beispielsweise der Kauf einer Waschmaschine etc. Entschließt sich beispielsweise der Ehemann, einen Kredit aufzunehmen und unterschreibt dafür allein, so haftet die Ehefrau dafür nicht.

  6. Wenn ich so viel Unterhalt zahlen muss, kündige ich meinen Job!

    Falls der Ehemann beispielsweise unverschuldet arbeitslos wird, kann der Unterhalt entsprechend angepasst werden, den er an seine Ehefrau zu zahlen hat. Anders ist dies, wenn beispielsweise der Ehemann selbst kündigt, um sich vor Unterhaltszahlungen zu drücken. Hier wird er vom Gericht auf ein sogenanntes fiktives Einkommen gesetzt, d.h. der Richter geht davon aus, dass der Ehemann das gleiche wie vor der Kündigung verdient und dies, obwohl er tatsächlich durch das Arbeitslosengeld wesentlich weniger zur Verfügung hat.

  7. Kann ich meinen Geburtsnamen wieder annehmen?

    Anders als früher ist es heute ohne Probleme möglich, den Geburtsnamen wieder anzunehmen. Dies kostet lediglich eine geringe Bearbeitungsgebühr. Voraussetzung ist jedoch ein sogenanntes rechtskräftiges Scheidungsurteil. Dieses erhält man nach Beendigung des Scheidungsverfahrens. Man muss dieses Papier lediglich bei den zuständigen Stellen vorlegen und kann dann den vorherigen Namen problemlos wieder annehmen.