Nachehelicher Unterhalt

Was versteht man unter dem Rechtsbegriff „Nachehelicher Unterhalt“?

Der Nacheheliche Unterhalt ist der Unterhalt, den ein Ehegatte dem anderen Ehegatten nach Beendigung der Ehe schuldet, wenn der andere nicht selbst für sich sorgen kann.

Die Ehe ist dann beendet, wenn die Scheidung rechtskräftig, also rechtsgültig geworden.

Vor der rechtskräftigen Scheidung – also während der Trennungszeit – wird unter Umständen der Trennungsunterhalt geschuldet.

Beim Trennungsunterhalt handelt es sich also um den Unterhalt, den ein besser verdienender Ehegatte dem anderen während der Trennungszeit schuldet.

Sobald die Scheidung rechtskräftig geworden ist, wird kein Trennungsunterhalt mehr geschuldet, sondern nur noch nachehelicher Unterhalt. Selbstverständlich wird ein Unterhalt nur geschuldet, sofern die Voraussetzungen für einen nachehelichen Unterhalt vorliegen. Der in der Praxis sehr häufig vorkommende Grund für einen nachehelichen Unterhalt ist der Betreuungsunterhalt, also der Unterhalt wegen der Betreuung gemeinsamer Kinder.

Ein Anspruch auf Betreuungsunterhalt besteht grundsätzlich bis das jüngste Kind drei Jahre alt ist. Aber auch nach Vollendung des dritten Lebensjahres kann Betreuungsunterhalt gefordert werden, wenn das Kind etwa wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen oder aufgrund einer Behinderung nur vom Elternteil betreut werden kann und auf die Betreuung durch den Elternteil angewiesen ist.

Die Unterscheidung von Trennungsunterhalt und nachehelichem Unterhalt ist auch deshalb wichtig, da die Voraussetzungen der beiden Unterhaltsformen unterschiedlich sind und sie unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen unterliegen.

So kann ein Trennungsunterhalt im Rahmen eines Ehevertrages grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Würde ein Ehegatte auf den Trennungsunterhalt ehevertraglich verzichten, so wäre so ein Verzicht nicht wirksam und der verzichtende Ehegatte könnte den Trennungsunterhalt dennoch fordern.

Anders ist es hingegen beim nachehelichen Unterhalt. Hier ist ein Verzicht grundsätzlich möglich.

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