Heiraten nach Scheidung

Wiederheirat nach durchgeführter Scheidung

Nachfolgend möchten wir Ihnen gerne einige wichtige Informationen zum Thema Scheidung und Wiederheirat geben, da wir in unserer Anwaltspraxis häufig die Frage beantworten müssen,  wann eine erneute Eheschließung bei einer Ehescheidung möglich ist. Nach Ablauf des gesetzlich vorgeschriebenen Trennungsjahres kann ein Ehegatte, durch einen Rechtsanwalt, den Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht stellen.

Mit der Einreichung des Scheidungsantrages beim Familiengericht beginnt das Scheidungsverfahren. Der Scheidungsantrag muss danach dem anderen Ehegatten seitens des Gerichts postalisch zugestellt werden und wenn auch er keine Einwände vorträgt, z.B. dass das Trennungsjahr gar nicht abgelaufen sei etc., bestimmt das Gericht dann den Scheidungstermin bei dem beide Ehegatten persönlich anwesend sein müssen. Das Gericht befragt die Ehegatten im Scheidungstermin, ob sie die Ehe beide für gescheitert halten und geschieden werden möchten. Ist dies der Fall wird der sog. Versorgungsausgleich, also der Ausgleich der während der Ehe erworbenen Rente (Rentenausgleich), durchgeführt und die Ehe vom Familiengericht geschieden.

Erst dann, wenn Sie den rechtskräftigen Scheidungsbeschluss vom Gericht zugestellt erhalten, sind sie rechtskräftig geschieden. Eine erneute Eheschließung ist nach dem deutschen Familienrecht erst dann erlaubt, wenn die erste Ehe bereits rechtskräftig geschieden worden ist. Vorher ist eine Eheschließung nicht zulässig und gesetzlich verboten.

Beachten Sie bitte auch, dass mit einer Scheidung und Wiederheirat ganz neue rechtliche Konsequenzen für Sie eintreten. Die Folgen können Sie auch in finanzieller Hinsicht treffen.

So führt eine Wiederheirat dazu, dass der Unterhaltsanspruch zum ersten Ehemann zum Erlöschen gebracht wird. Das bedeutet, dass derjenige, der bislang Ehegattenunterhalt von seinem früheren Ehegatten verlangen konnte, durch die erneute Eheschließung seinen Unterhaltsanspruch gänzlich verliert.

Hierbei ist es auch unerheblich, wie sich die Einkommenssituation des neuen Ehegatten darstellt. Selbst dann, wenn sich die finanzielle Situation des Unterhaltsberechtigten, also demjenigen, der Unterhalt verlangen kann, durch die zweite Ehe verschlechtern sollte, kommt es zum Verlust des Unterhaltsanspruchs. Hiervon gibt es auch keine Ausnahmen.

Sofern Sie etwa von Ihrem früheren Ehegatten Unterhalt bekommen sollten, führt also eine erneute Eheschließung stets zum Verlust des Unterhaltsanspruchs.

Bedenken Sie daher die rechtlichen Konsequenzen einer Wiederheirat!

Haben Sie noch weitere Fragen zum Thema Scheidung und Wiederheirat?

Gerne stehen wir Rechtsanwälte und Fachanwälte Ihnen bei all Ihren Fragen mit Rat und Tat zur Seite!