Erbrecht in der Ehe

Eine Heirat bringt neue gesetzliche Bedingungen für die Beteiligten. Durch die Heirat verändert sich die Erbpflicht. Sobald eine Eheschließung stattfindet steht den Ehepartnern sowie auch den Verwandten ein Erbrecht zu. Die Höhe des Erbbetrags sowie die gesetzliche Erbfolge hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie zum Beispiel die Anzahl der Verwandten und dem ehelichen Güterstand. Der Güterstand bezeichnet die Vermögensverhätnisse des Ehepaars und die Verwaltung dieser in einer Ehe. Die Vermögensnachfolge muss von dem Ehepaar in einem Testament festgelegt werden. Die Güterstände unterscheiden sich zwischen Zugewinngemeinschaft, Gütertrennung und Gütergemeinschaft.

In der Zugewinngemeinschaft ist kein gemeinsames Vermögen geregelt. Jeder Ehegatte hat sein eigenes Einkommen, dass er in die Ehe miteinbringt und individuell verwaltet. Dieser Zugewinn, der in der Ehe generiert wird entscheidet über das Erbe nach der Scheidung oder einem Todesfall. Die Gütertrennung bezeichnet auch eine Trennung der Vermögen beider Ehegatten. Nach einer Scheidung oder das Eintreffen eines Todesfalles wird das in der Ehe verwaltete Geld, unabhängig davon wie viel jeweils verdient worden ist, auch beibehalten. Wiederum die Gütergemeinschaft von einem gemeinsamen Vermögen spricht, in dem beide Ehegatten dieselben Rechte und Pflichten haben. So wird der Betrag der gesetzlichen Erbfolge nach den Güterständen berechnet.

Nach der gesetzlichen Erbfolge erbt der überlebende Ehegatte neben seinen Verwandten, in der Regel sind es die Kinder. Sind keine Kinder bei den Erblasser vorhanden, können auch weiter entfernte Verwandte, wie zum Beispiel Eltern, Tante, Onkel oder Großeltern das Erbe zugeteilt werden. Die Verwandten Erbe 1.Ordnung, also Kinder oder Enkel des Verstorbenen erhalten in der Regel ein Viertel des Erbes, wiederum die Verwandten der Erbe 2.Ordnung, das sind die Eltern des Erblassers oder die Geschwister. Die Verwandten 2.Ordnung erhalten die Hälfte des Erbes. Auch das Erbe 3.Ordnung ist vorhanden. Hierbei handelt es sich um die Großeltern des Verstorbenen. Sie bekommen jeweils ein Viertel des Erbes. Die Höhe der Beträge wird durch die Güterstände, die vor der Scheidung oder dem Tod eines Ehegatten vorhanden war, entschieden.

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