Eine Mutter muss dem Samenspender Auskunft über das gemeinsame Kind erteilen

OLG Hamm, Entscheidung vom 7.3.2014 (Az.: 13 WF 22/14)

Eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm sorgte in den Medien bereits für viel Aufsehen. Es ging darum, dass ein Samenspender von der Mutter des Kindes Auskunft über das gemeinsame Kind verlangte.

Das Gericht entschied, dass die Mutter eines durch Samenspende gezeugten Kindes dem Samenspender auf dessen Verlangen Auskunft über das Kind erteilen musste.

Die Mutter könne die Auskunft nur dann verweigern, wenn die Auskunft rechtsmissbräuchlich verlangt werde oder die Erteilung der Auskunft dem Wohl des Kindes widerspreche.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zu Grunde:

Die Mutter des Kindes lernte den Mann, der die Samenspende erteilte über ein Internetportal kennen. Dieser erklärte sich nach einiger Zeit zur Spende bereit. Nach erfolgter Samenspende und künstlicher Befruchtung wurde die Frau schwanger und brachte 2012 eine Tochter zur Welt. Nach der Geburt des Kindes verweigerte sie dem Mann Auskunft über das Kind. Auch die Überlassung von Fotos vom Kind lehnte sie strickt ab.

Die Mutter behauptete, dass der Samenspender sie durch unzählige E-Mails und Telefonate „terrorisiere“. Zudem verhalte er sich widersprüchlich, da er ihr zuvor zugesichert hätte, dass er einer Adoption des Kindes zustimmen werde, was er nun verweigere.

Das OLG Hamm entschied, dass die Mutter verpflichtet sei, dem Vater Auskunft über die persönlichen Verhältnisse der gemeinsamen Tochter zu erteilen. Dieser habe auch ein berechtigtes Interesse an der Auskunft. Die Auskunft würde zudem nicht dem Wohl des Kindes widersprechen.

Der Umstand, dass der Vater die Mutter zwar in E-Mails belästigt und dabei wohl auch eine vulgäre Ausdrucksweise genutzt habe, ändere nach der Auffassung des Gerichts nichts daran, dass dieser Mann nun einmal der Vater des Kindes sei und ein Recht auf Auskunft habe.

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